Ausbildung bei der Polizei

Ausbildung bei der Polizei

    Inhaltsverzeichnis
  1. Welche Voraussetzungen muss man für einen Ausbildungsplatz bei der Polizei mitbringen?
  2. Formale Voraussetzung für die Polizistenausbildung: Der Schulabschluss
  3. Persönliche Einstellungsfaktoren für die Ausbildung bei der Polizei
  4. Die Bewerbung bei der Polizei
  5. Das Bewerbungsverfahren für Polizistenausbildung
  6. Die Ausbildung bei der Polizei
  7. Gehalt während und nach der Ausbildung
  8. Bereiche bei der Polizei
  9. Kommentare

Wie werde ich Polizist/in? Eine Frage, die sich jedes Jahr tausende Bewerber stellen. Ausbildungs-und Studienplätze bei der Polizei sind begehrt. Bereits Kindergartenkinder antworten auf die Frage, was sie später werden möchten mit "Polizist" und auch Umfragen bei Schülerinnen und Schülern spiegeln diese Beliebtheit unter den unterschiedlichen Berufen wieder. Doch wie bewirbt man sich bei der Polizei? Welche Voraussetzungen müssen künftige Polizisten mitbringen? Wie hoch sind Anforderungen für eine Ausbildung bei der Polizei? Was passiert beim Einstellungstest? Dies und weitere spannende Infos findest du im folgenden Artikel.

Welche Voraussetzungen muss man für einen Ausbildungsplatz bei der Polizei mitbringen?

Formale Voraussetzung für die Polizistenausbildung: Der Schulabschluss

  • Polizisten im mittleren Dienst verfügen über einen Realschulabschluss/mittleren Schulabschluss oder den Hauptschulabschluss in Kombination mit einer Berufsausbildung
  • Für den gehobenen Dienst kommen  Bewerber Abitur oder Fachabitur in Frage.

Die Voraussetzungen hinsichtlich des Schulabschlusses abhängig von Bundesland und Einsatzbereich leicht variieren. Am besten du kontaktierst einen Einstellungsberater der Polizei. Die Berater wissen es am besten. Teilweise sind auch Abweichungen oder Ausnahmen von den genannten Voraussetzungen möglich.

Persönliche Einstellungsfaktoren für die Ausbildung bei der Polizei

  1. Alter (zwischen 16 und 31 Jahren, maximal 34 Jahre; je nach Bundesland)
  2. Größe (zwischen 160-167 cm je nach Bundesland und Geschlecht
  3. sportliche und körperliche Leistungsfähigkeit
  4. geordnete wirtschaftliche Verhältnisse (Stichwort: Korruptionsvermeidung)
  5. Staatsbürgerschaft
  6. äußere Erscheinung

Um es mal zusammenzufassen:

Der idealtypische Polizeianwärter ist ein optisch unauffälliger (Tattoos und Piercings) deutscher Staatsbürger mit Schulabschluss, nicht älter als 34, mindestens, 1,60/165 (weiblich/männlich) groß, sportlich und nicht überschuldet.

Wie bei allem gibt es Ausnahmen von der Regel.

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Die Bewerbung bei der Polizei

Zunächst muss differenziert werden, ob du dich bei der Bundespolizei oder bei den unterschiedlichen Bundesländern bewirbst. Jedes Bundesland hat seine eigene Landespolizei.

Hier findest du die Infos zu den jeweiligen Bundesländern und zur Bundespolizei:

Das Bewerbungsverfahren für Polizistenausbildung

Polizei Ausbildung

Das Bewerbungsverfahren bei der Polizei ist ein mehrstufiger Prozess:

Der Einstellungstest

Kompetenzen und kognitive Leistungsfähigkeit

  • Intelligenz
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Logik
  • Konzentration
  • Deutschkenntnisse
  • Rechtschreibung
Physische Leistungsfähigkeit
  • Ausdauer
  • Koordination
  • Kraft
  • Schnelligkeit

Je nach Bundesland kann als Alternative zum Sporttest ein Sportabzeichen gefordert sein.

Auch bei der Polizei gibt es das, seit Jahren immer häufiger vorkommende, Assessment-Center, wo du mit anderen Bewerbern zusammentriffst und ihr unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen müsst. Ziel ist es, mehr über dich zu erfahren. Wie arbeitest du in der Gruppe? Wie verhältst du dich in Drucksituationen? Welche Rolle nimmst du ein? Dazu werden beispielsweise Gruppenarbeiten oder Diskussionsrunden abgehalten

Zusätzlich kommt auch das klassische Vorstellungsgespräch auf dich zu, in dem du mit einem oder mehreren Polizisten, die in der Personalauswahl beschäftigt sind, unterschiedliche Dinge über dich erfahren möchten.

Da du als Polizist verbeamtet wirst und weil du als Polizist körperlich fit sein solltest, ist eine ärztliche Untersuchung obligatorisch. Zum einen möchte der Arzt dein Gewicht und deine Größe erfragen, um Übergewicht auszuschließen (keine Sorge, wenn du den Sporttest bestanden hast, sind 2-3 Kilo mehr auf der Waage sicherlich kein Problem, allerdings sollte der BMI, also das Verhältnis zwischen Größe und Gewicht, auch kein "massives" Übergewicht anzeigen). Zusätzlich wird dein Herz, deine Lunge, dein Urin und dein Blut untersucht. Auch Fragen über deine Krankheitsgeschichte werden gestellt.

Jedes Ergebnis jeden Tests ergibt sich eine gewisse Punktzahl, die am Ende der Bewerbungsverfahrens kumuliert werden. Die verfügbaren Stellen werden anhand dieser Punktzahl vergeben, wobei natürlich diejenigen mit den meisten Punkten auch die vorhandenen Plätze für die Ausbildung bei der Polizei erhalten.

Je nach Bundesland und angestrebtem Dienst können die Bestandteile des Bewerbungsverfahrens etwas variieren.

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Die Ausbildung bei der Polizei

Bei der Polizei hast du drei unterschiedliche Einstiegschancen: den mittleren, den gehobenen und den höheren Dienst.

Beim mittleren Dienst bist du direkt am Geschehen. Arbeitest du bei der Bundespolizei wirst du beispielsweise bei Demonstrationen, an Flughäfen oder Flughäfen im Streifendienst eingesetzt. Die Ausbildung dauert 2,5 Jahre bzw. 4600 Ausbildungsstunden. Grundvoraussetzung ist der Hauptschulabschluss. Im ersten Jahr lernst du die theoretischen Grundlagen und übst in Trainingsrunden deine spätere Tätigkeit. Das zweite Ausbildungsjahr machst du ein fünfeinhalbmonatiges Praktikum und vertiefst deine Erfahrungen aus dem ersten Ausbildungsjahr. Das dritte Jahr widmet sich der Vorbereitung für die Laufbahnprüfung. Nach erfolgreichem Abschluss bist du Polizeimeister/in.

Dir ist die Übernahme von noch mehr Verantwortung wichtig? Du möchtest Teams führen? Oder du möchtest dich in einem bestimmten Bereich spezialisieren? Dann ist der gehobene Dienst genau das Richtige für dich. In diesem Fall absolvierst du keine Ausbildung, sondern studierst. Im Fall der Bundespolizei an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung. Voraussetzung ist die Fachhochschulreife oder das Abitur. Das Studium dauert insgesamt drei Jahre, wobei sich Theorie und Praxis abwechseln. Du wirst beispielsweise in Fächern wie Rechtswissenschaften, Psychologie, Personalmanagement oder Politik unterrichtet. Nach erfolgreichem Abschluss bist du Polizeikommissar/in. Im Anschluss an dein Studium kannst im Ermittlungsdienst, im Streifendienst, in der Sachbearbeitung oder als Führungskraft arbeiten. Je nach Eignung kannst du auch zur GSG 9 (Spezialeinheit), zum Flugdienst oder zur See-Polizei.

Hast du bereits einen Hochschulabschluss kannst du dich auf den höheren Dienst bewerben. Auch die Polizei sucht Strategen und übergeordnete Vorgesetzte, die mit anspruchsvollen Aufgaben einhergehen. Um als Polizeimanager zu arbeiten muss aber zunächst ein zweijähriges Masterstudium „Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“ absolvieren. Das erste Studienjahr findet in der Hochschule des Bundes in Lübeck und beim Bundeskriminalamt in Lübeck statt. Das zweite Jahr findet in Hochschule der Polizei in Münster statt. Die Studieninhalte bestehen aus Psychologie, Rechtswissenschaften, Kriminalistik, Führungslehre und Einsatzlehre. Im Anschluss an das Studium bist du Polizeirat/rätin. Du kannst Einsätze leiten oder leitest ganze Dienststellen. Auch an der Ausbildung zukünftiger Polizisten kannst du mitwirken.

Je nach Bundesland bzw. angestrebtem Dienst können die Bestandteile der Ausbildung sich etwas unterscheiden.

Gehalt während und nach der Ausbildung

Da die Polizisten bzw. Auszubildenden den jeweiligen Ländern unterstehen oder dem Bund als Beamte auf Lebenszeit unterstehen, variiert auch das Gehalt etwas.

In Baden-Württemberg verdienen Anwärter/innen im mittleren Polizeivollzugsdienst beispielsweise:

Dienstgrad 1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr
mittlerer Dienst 1.200 € 1.250 € 1.300 €
gehobener Dienst 1.250 € 1.300 € 1.350 €

Nach der Ausbildung verdienst du (Steuerklasse 1, ledig, BaWü) im mittleren Dienst ca. 2.150 €/netto . Im gehobenen Dienst (Steuerklasse 1, ledig, BaWü) verdienst du etwa 2.450 €/netto. Der Verdienst steigert sich im Laufe der Berufsjahre natürlich. Auch bekommst du im Fall einer Hochzeit bzw. wenn du Kinder bekommst einen Familienzuschlag. Zusätzlich dazu gibt es Zulagen.

Bereiche bei der Polizei

Viele unterschiedliche Einsatzbereiche umfassen das Aufgabenspektrum der Polizei in Deutschland. Dabei lassen sich folgende Bereiche unterscheiden:

  • Schutzpolizei: Die Hauptaufgabe der Schutzpolizei ist der Streifendienst mit dem Ziel der Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung innerhalb des zugewiesenen Schutzbereichs (oftmals der Verkehrsbereich). Zu den Aufgaben gehören zusätzlich die Aufnahme von Strafanzeigen, Verkehrsunfälle, Fahndungen, Bewältigung unterschiedlicher Situationen (z.B. Ruhestörungen).  Die Schutzpolizei ist Sache der Länder. Du musst dich also im Rahmen der Ausbildung bei deinem gewünschten Bundesland entsprechend ausbilden lassen, wobei eine Verbeamtung im mittleren oder gehobenen Dienst möglich ist.

  • Kriminalpolizei: Du bearbeitest bei der Kriminalpolizei sämtliche Straftaten und verfolgst diese gemeinsam im Team mit anderen Kollegen. Dabei geht es beispielsweise um Drogendelikte, Diebstahl, Betrug bis zu schwersten Straftaten wie Mord oder Totschlag. Es gibt dabei sowohl die örtlichen Polizeidienststellen in deiner Stadt oder der nächst größeren Stadt, die Landeskriminalämter und das Bundeskriminalamt, wo du dich entsprechend deiner Qualifizierung bewerben kannst

  • Bereitschaftspolizei: Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Bundes-und Landespolizeien. Hauptaufgabe ist Unterstützung bei Großlagen und Schwerpunktaufgaben (z.B. Demos, Fahndungen, Suchen, Katastrophen, Sportveranstaltungen. Sie ist Teil der Schutzpolizei und jeder ausgebildete Polizist kann dort eingesetzt werden

  • Spezialeinheiten: Unterschieden werden zum einen die MEKs (Mobile Einsatzkommandos), die sich um die Observation und den Zugriff bei besonders gefährlichen Einsätzen kümmert. Sie kommen nur bei schwerwiegenden Straftaten, wie organisierte Kriminalität und Terrorismus zum Einsatz. Das MEK ist, je nach Bundesland, der Schutzpolizei oder Kriminalpolizei angegliedert. Zum anderen gibt es noch das SEK(Sondereinsatzkommando), das im Rahmen der Geiselbefreiung, Terrorabwehr und bei Zugriffen angefordert werden kann. Jedes Bundesland hat mindestens ein SEK, wobei das SEK wobei diese entweder den Landeskriminalämtern, der Bereitschaftspolizei, den Innenministerien oder überörtlichen Polizeistellen angegliedert sind. Das SEK auf Bundesebene heißt GSG 9 (Grenzschutzgruppe).

  • Wasserschutzpolizei und Schifffahrtspolizei: Auch auf Flüssen, Seen oder im Meer muss die Polizei für Recht und Ordnung sorgen. Zu den Aufgaben gehören Gefahrenabwehr, Überwachung der Einhaltung diverser Gesetze, Umweltschutz, Grenzschutz und die Sicherung der Leichtigkeit des Schiffverkehrs. Die Wasserschutzpolizei ist Sache der Länder. Die Ausbildung erfolgt in Hamburg in der Wasserschutzpolizeischule. Die Schifffahrtspolizei ist Sache des Bundes, wodurch eine Ausbildung bei der Bundespolizei notwendig ist und du zusätzlich eine Fortbildung im maritimen Schulungs- und Trainingszentrum in Neustadt, Holstein benötigst.
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